++ 15.09.10, Der Prototyp wurde
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Regenwälder werden abgeholzt, Ozeane überfischt, Wüsten breiten sich aus - und wer ist Schuld? Der Mensch und sein gigantischer Rohstoffhunger. Die Folgen bekommen wir schon jetzt zu spüren: Faustgroße Hagelkörner im Frühling, auf Hochsommer folgt tiefster Winter, Gänseblümchen gibt's jetzt schon im Januar - kurz: Klimatische Ereignisse werden extremer. Aber ist das wirklich die Strafe für unser Verhalten? Ist der Klimawandel nicht eigentlich eine Erfindung der Ökoindustrie, die uns Windräder und Solaranlagen verkaufen will? Viele Menschen denken so, und noch viel mehr Menschen denken gar nicht. Sie sehen einfach nicht den Zusammenhang zwischen ihrem täglichen Fleischkonsum und dem Sturm, der ihnen das Dach vom Haus hebt. Oder die Verbindung zwischen der morgendlichen Autofahrt zum Bäcker und der Mückenplage im Sommer. Oder oder oder. Wie sollen sie auch - sie bekommen ja alles erst Jahre später zu spüren. Das ist das Problem, und genau da setzt "cyclus" an.

Die interaktive Installation der beiden Diplom-Designer Martin Merten und Bartosz Dronka macht den Zusammenhang zwischen menschlichem Handeln und den Auswirkungen auf die Umwelt direkt erfahrbar. Man stellt am Touchscreen beispielsweise ein, ob man eher Auto fährt oder lieber den Bus oder das Fahrrad nimmt - und erlebt sofort, wie sich Geräuschkulisse und die Projektion des Blätterdachs an der Decke des Raumes entsprechend verändert:
Viel Auto, wenig braune Blätter und Motorsägengeräusche - viel Fahrrad, prächtiges grünes Blätterdach und lebendige Regenwaldgeräusche. Auch einem zweiten Faktor trägt die Installation Rechnung: Dem des gemeinschaftlichen Handelns. Die Installation bietet nämlich die Möglichkeit, mit mehreren Personen gleichzeitig verschiedene Parameter zu verändern - so wird deutlich, dass keiner allein verantwortlich ist und alle gemeinsam handeln müssen, um etwas zu bewegen. Die Designer stehen in Verhandlungen mit verschiedenen Zoos in Schweden, Norwegen und den Niederlanden - allein in Deutschland scheint der Bedarf an einer solchen Installation noch nicht ganz angekommen zu sein.

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